15.03.2017 / Ausland / Seite 6

Die »Wegwerfarbeiter« von Fukushima

Der Journalist Tomohiko Suzuki ließ sich als Aufräumhelfer im havarierten Atomkraftwerk anheuern

Michael Streitberg

Als Tomohiko Suzuki am 11. März 2011 aus dem Radio von der Reaktorkatastrophe in Fukushima erfährt, sitzt er gerade im Auto neben einigen Yakuzas (Mitgliedern der japanischen Mafia), die Hilfsgüter in die vom verheerenden Erdbeben und dem Tsunami betroffene Region in Nordostjapan bringen. Die gesellschaftlich tief verwurzelten Yakuza gehörten zu den ersten, die in die verwüsteten Landstriche fuhren. »Das ist doch gefährlich, oder?« sagt einer. Dennoch fährt man weiter, immer näher auf die Unglücksstelle zu, und lässt sich vom Leisten der Nothilfe vor Ort nicht abhalten.

Wenn man das hört, ist man geneigt, der Yakuza großen Respekt zu zollen. Der Mut und der Altruismus der Helfer sind zweifelsohne beeindruckend. Einige Jahre zuvor war der Journalist, der schon lange über die Yakuza berichtet, auf einem Fest in der Nähe des Kraftwerks allerdings mit einem der Bosse ins Gespräch gekommen. »Atomkraftwerke sind ein Riesengeschäft«, bekannte dieser freimütig...

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