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10.03.2017 / Inland / Seite 5

Kollektive Selbstverteidigung

Beschäftigte dürfen auch ohne gewerkschaftlichen Aufruf streiken, meinen Bremer Daimler-Arbeiter. Doch das Gericht weicht der Grundsatzfrage aus

Daniel Behruzi

Wilder Streik – so wird hierzulande eine spontane Arbeitsniederlegung diffamiert, die nicht durch einen offiziellen Gewerkschaftsaufruf legitimiert ist. Die Botschaft des Begriffs ist klar: Streiks als Teil ritualisierter Tarifverhandlungen sind okay. Unkontrollierte, nicht von der Gewerkschaft initiierte und damit »wilde« Streiks sind gefährlich und gehören verboten. Der Versuch, die Rechtsprechung in diesem Punkt zu ändern, ist am Donnerstag vor dem Bremer Landesarbeitsgericht zunächst gescheitert.

Anlass der juristischen Auseinandersetzung war eine spontane Arbeitsniederlegung von mehr als 1.000 Daimler-Arbeitern einer Nachtschicht im Dezember 2014. Diese wehrten sich gegen die Vergabe von Logistiktätigkeiten an billigere Fremdfirmen. Die IG Metall unterstützte die Aktion nicht. In der Folge erhielten 761 Beteiligte eine Abmahnung. Rund 500 von ihnen legten Widerspruch ein. Als das keine Wirkung hatte, zogen einige von ihnen vor Gericht, um die Abmahnun...

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