06.03.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Wir reden über Kapitalismus«

Beim Kongress »Gesellschaftliche Spaltungen« geht es um deren tiefere Ursachen. Gespräch mit Klaus-Jürgen Bruder

Christa Schaffmann

Sie waren vor einem knappen Jahr bei der Festlegung des Themas für den diesjährigen Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie, NGfP, sehr weitsichtig, als Sie sich für »Gesellschaftliche Spaltungen« entschieden. Jetzt reden alle großen Sozialverbände davon. Selbst der Bundesbankpräsident appelliert an die »Tarifpartner«, das Miss­verhältnis zwischen Unternehmen und Löhnen bei den nächsten Verhandlungen zu berücksichtigen. Kommt der Kongress jetzt zu spät?

In der Tat reden alle über Spaltung, Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Bei genauerem Hinsehen ist diese »soziale Spaltung« nicht mehr als ein Aufreger über das entscheidende Strukturmerkmal unserer Wirtschafts- und Lebensweise und deshalb nichts anderes als heiße Luft. Denn die entscheidende Bedingung der »sozialen Ungleichheit« ist nicht die Ungleichverteilung des Reichtums, sondern dessen Produktion unter ungleichen Produktionsverhältnissen, die dem Besitzer der Produktionsmittel diesen Reichtum s...

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