Gegründet 1947 Mittwoch, 17. Juli 2019, Nr. 163
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25.02.2017 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Der Gebrauchswert des Dramas

Eine unzeitgemäße Zukunft (Teil 2 und Schluss)

Jakob Hayner

Im ersten Teil seines Vortrages führte der Autor aus, dass in der gegenwärtigen deutschsprachigen Theaterlandschaft die »Undramatik« gegenüber der Dramatik überwiege. Mit dieser Tendenz korreliere die neoliberale Umgestaltung der Arbeitswelt Theater. Die verlorengegangene gesellschaftliche Bedeutung des Theaters würde mittels eines Rückgriffs auf Versatzstücke der historischen Avantgarden nur noch behauptet, wobei letztere durch ihre Entkontextualisierung zur Ideologie verkämen. Politik würde durch eine scheinradikale Ethik ersetzt, die die Möglichkeit universellen gesellschaftlichen Fortschritts bestreite und statt dessen die partikulare Optimierung individueller Verhaltensweisen propagiere. Kunst und Politik seien allerdings nicht in eins zu setzen, sondern man habe zu unterscheiden zwischen dem universellen politischen Ringen um die Emanzipation des Menschen einerseits, und dem ästhetischen Streit um die Kunst »als Modus von Wahrheit« andererseits. (jW...

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