20.02.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

Treffen der »Radikalen«

5. Konferenz der Betroffenen von Berufsverboten forderte »politische, gesellschaftliche und materielle Wiedergutmachung« ohne Einschränkungen

Claudia Wrobel

Die Atmosphäre erinnert an ein Familien- oder Klassentreffen: Man kennt sich, man mag sich. Die meisten haben schon an der Uni zusammen Politik gemacht und treffen sich auch im Rentenalter noch wieder. Aber was sie an diesem Sonnabend in Hannover zusammengeführt hat, ist ein unrühmliches Kapitel westdeutscher Geschichte. In der niedersächsischen Landeshauptstadt haben sich am Wochenende Opfer des sogenannten Radikalenerlasses von 1972 zur 5. Berufsverbotebetroffenenkonferenz getroffen, um über ihren andauernden Kampf gegen Gesinnungsschnüffelei zu beraten und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer Wiedergutmachung zu besprechen.

Den Vormittag nutzte Jutta Rübke, seit Anfang des Monats die bundesweit erste »Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der Schicksale im Zusammenhang mit dem sogenannten Radikalenerlass« (siehe Interview), um ihre Arbeit vorzustellen und die Bedürfnisse der Betroffenen zu erfragen. Dabei erhielt sie unter anderem den Hinweis...

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