18.02.2017 / Feuilleton / Seite 10

Vielleicht ist Scheitern egal

Zwei deutsche Dokumentarfilme, die bleiben werden

Grit Lemke

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, man müsse, um die Welt im Film einzufangen, in diese ausschwärmen. Zwei neue deutsche Dokfilme erzählen Zeitläufte und Biographien, wobei sie mit niedrigem Budget jeweils ein eigenes Universum schaffen, indem sie einen einzigen Ort nicht verlassen. In der radikalen Wahl ihrer Mittel mögen sie polarisieren, doch über sie sprach man auf den Gängen der Berlinale. Sie werden nach der Festivalfilmflut bleiben.

Ann Carolin Renninger und René Frölke berichten »Aus einem Jahr der Nichtereignisse« (Sektion »Forum«), in dem sie den 90jährigen Willi Detert in einem norddeutschen Dorf in seinem Alltag begleiten. Dabei geht es um nicht weniger als um Zeit und ihr Vergehen. Im ganzen Haus stehen Gegenstände herum, verstaubt und verkramt, Ablagerungen von Vergangenheit. Ein Leben und ein Jahrhundert, das sich beiläufig erzählt. Harte Arbeit, immer. Eine Frau wird am Rande erwähnt, in einer von Willis lakonischen Bemerkungen. Nachbar...

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