18.02.2017 / Inland / Seite 4

Aktenlücke zur rechten Zeit

NSU-Ausschuss: Geheimdienstchef widerspricht Ex-V-Mann »Tarif«

Claudia Wangerin

Als der Ex-V-Mann Michael See am Donnerstag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags Vorwürfe gegen den Verfassungsschutz wiederholte, die er schon in Interviews erhoben hatte, war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Als dort wenige Stunden später der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, im Zeugenstand saß, durfte die Presse zuhören, wie der Geheimdienstchef den Aussteiger sinngemäß als Lügner darstellte. Die entsprechende V-Mann-Akte war im BfV der berüchtigten Schredderaktion im November 2011 zum Opfer gefallen – und konnte angeblich nur lückenhaft rekonstruiert werden.

Michael See alias »Tarif« hatte nach eigenen Angaben dem Geheimdienst 1998 einen Hinweis auf die drei untergetauchten »Bombenbastler« aus Jena geliefert, der zur Festnahme des Trios hätte führen können. Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe blieben jedoch bis November 2011 unbehelligt. Sie sollen um die Jahrtausendwende den »Nationalsozi...

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