17.02.2017 / Feminismus / Seite 15

Der versehrte Mensch

Laut Tennessee Williams war sie die »bedeutendste Autorin Amerikas«. Zum 100. Geburtstag von Carson McCullers, der Meisterin der Lakonie

Nelli Tügel

»Mein Leben folgte einem Muster, an das ich mich immer gehalten habe. Arbeit und Liebe«, schrieb Carson McCullers 1967, kurz vor ihrem Tod, in ihrer unvollendeten Autobiographie »Illumination and Night Glare«. In beiden Bereichen neigte sie zum Exzessiven. Ihre Liebe wurde immer wieder auf die Probe gestellt, zum Beispiel in der selbstzerstörerischen Ehe mit Reeves McCullers, der sich 1953 das Leben nahm. Und auch die Arbeit verlangte ihr alles ab, denn McCullers litt seit ihrer Jugend an schweren Krankheiten.

Am 19. Februar 1917 wurde sie als Lula Carson Smith in Columbus im Bundesstaat Georgia im Südosten der USA geboren. Obwohl sie viel von der Welt sah, blieben die Südstaaten der Ort, an dem die meisten ihrer Geschichten spielen, ohne dabei je einen Hintergrund für Heimatschnulzen zu bilden. Im Gegenteil: Bei McCullers ist der Süden trostlos und rauh, bevölkert von allerlei eigenwilligen Menschen wie Vetter Lymon in »Die Ballade vom traurigen Café« ode...

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