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16.02.2017 / Ausland / Seite 6

Von wegen »Helden«

Mailänder Polizisten, die Attentäter Anis Amri erschossen haben, entpuppen sich als Neofaschisten

Gerhard Feldbauer

Einige Tage galten die beiden italienischen Polizisten Luca Scata und Christian Morio als Helden. Am 23. Dezember hatten sie in Mailand eine Person erschossen, die als der Berliner Weihnachtsmarktattentäter Anis Amri, der vier Tage vorher bei einem Anschlag mit einem Lkw zwölf Menschen getötet hatte, identifiziert wurde. Bei einer Ausweiskontrolle, nachts auf der Piazza Primo Maggio (Platz des 1. Mai), nahe des Hauptbahnhofes, hatte der Tunesier sofort geschossen und Morio in der Schulter getroffen. Die Polizisten erwiderten das Feuer und zwei Schüsse von Scata trafen den Angreifer tödlich in der Brust.

Dass Polizisten das Feuer auf einen Angreifer erwidern und der dabei zu Tode kommt, geschieht nicht alle Tage, ist aber in Italien nicht ungewöhnlich. Bemerkenswert war allenfalls, dass die Polizisten in Berlin euphorisch als »Helden« gefeiert wurden. Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich fühlte sich bemüßigt, zu gratulieren. Die CSU-Bundestagsabgeordnet...

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