14.02.2017 / Feuilleton / Seite 11

Gold und Merkur sind kompliziert

Was soll ein Kino ohne Konflikte? Zwei Dokumentarfilme in der Sektion »Forum«

Robert Best

Südamerikas Indigene werden in hiesigen Medien meist in Schreckensmeldungen erwähnt. Vor einem Jahr etwa flossen in Peru aus drei Pipelinelecks Tausende Barrel Rohöl ins Amazonasbecken, was die Lebensgrundlagen von 8.000 Menschen zerstörte. Trinkwasser wurde verseucht, Fische und Krokodile verendeten.

Der Dokumentarfilm »Río Verde« aus dieser Region kommt ohne Ölpest oder Abholzung aus. Inszeniert wird ein naturwüchsiges, heiles Leben der Indigenen. Wir sehen eine Familie, deren Mitglieder in archetypischer Arbeitsteilung sammeln und jagen, Fallen stellen, Baumwolle spinnen, fischen und kochen. Das Nötige ist das Gute. Der Dschungel ist ein Paradies, der Sündenfall hieße »ursprüngliche Akkumulation«.

»Río Verde« porträtiert seine Helden nicht als »edle Wilde«. Man spricht neben Quechua meist Spanisch und trägt im tiefsten Dickicht urbane Funktionskleidung. Das Wild wird durch Stimmimitation in die Fallen gelockt. Baumwolle lockert die Familienälteste mit rh...

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