09.02.2017 / Thema / Seite 12

Der bessere Imperialist

Deutschland mischt sich mit Scheckbuch und Militär in sämtliche Affären von Geschäft und Gewalt auf der Welt ein und rühmt sich für seine angebliche moralische Vortrefflichkeit im Umgang mit den Flüchtlingen

Theo Wentzke

»Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.« Angela Merkel am 15. September 2015 auf einer Pressekonferenz in Berlin

Für dieses »freundliche Gesicht« hat ihr Land viel Lob geerntet – nicht nur von den Flüchtlingen oder von Merkel selbst, sondern auch vom ehemaligen Chef der Supermacht USA. Barack Obama hat die Deutschen für ihre »außerordentliche Unterstützung für die Flüchtlinge« und für ihre »andauernde Führung« in der Flüchtlingsfrage geehrt. Zumal »eine solche Politik zwar schwierig, aber richtig ist«. Die Regierung in Berlin fühlt sich bei solchen Komplimenten bestens verstanden. Überhaupt meinen hiesige Politiker, dass es sich für die Bundesrepublik gehört, voranzugehen. Und dass alle anderen gute Gründe haben, ihr hinterherzulaufen, auch wenn sie das nicht einsehen. Deutschlands Erfolg ist für sie eine Verpflichtung, zukünftig »mehr Ve...

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