09.02.2017 / Feuilleton / Seite 11

War es so?

Sich um Geschichte kümmern: Ein erster Ausblick auf die Sektion »Panorama« der 67. Berlinale

F.-B. Habel

Der Zeitgeist hat ein neues Erfolgsrezept hervorgebracht: Behaupte egal was und komme damit durch! »Wenn die Wirklichkeit derart in der Bredouille ist, brauchen wir Filme, die sich kümmern: Geschichtsbewusstsein im Spiel- und Dokumentarfilm«, meint der Leiter der Berlinale-Sektion »Panorama«, Wieland Speck.

Eingelöst wird der Anspruch im Panorama etwa vom Filmessay »I Am Not Your Negro« über den afroamerikanischen Schriftsteller James Baldwin (1924–1987), der sich mit sanftmütiger Radikalität auch dem Rassismus in der US-Filmgeschichte widmete. Ray Charles und Doris Day hätten immer in zwei völlig verschiedenen Welten existiert, erklärt er im Oscar-nominierten Dokumentarfilm des Regisseurs Raoul Peck, der auf der Berlinale auch mit dem Spielfilm »Der junge Karl Marx« vertreten sein wird. Dazu sieht man Doris Day in einer Einbauküche mit einer Sektflasche hantieren; sie blickt in froher Erwartung ihres Dates nach oben, im Gegenschnitt hängen aufgeknüpfte Af...

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