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03.02.2017 / Feuilleton / Seite 11

Was alles wegfällt

Handlung oder Un-Dramatik: Eine Tagung im Berliner Brecht-Haus widmete sich der Zukunft des Dramas

Kai Köhler

Ein Blick auf aktuelle Theaterspielpläne zeigt das Problem: Dramen sind auf dem Rückzug, Adaptionen von Filmen und Romanen treten an ihre Stelle. Und ist wirklich einmal ein Theaterstück angekündigt, wird es in der Inszenierung verwandelt. Montiert mit anderen Texten, durch artistische Kunststücke der Schauspieler oder performativen Selbstausdruck angereichert, verliert das Drama seine Handlung und wird zu einer Abfolge von mehr oder minder attraktiven Attraktionen.

Nun lebt Theater vom Bezug auf die Gegenwart und hätte als kulturgeschichtliches Museum keine Existenzberechtigung. Doch geht es in vielen der heutigen Aufführungen nicht allein um Aktualisierung. Vielmehr ist ein jahrtausendealtes Modell der Darstellung einer Handlung in die Krise geraten. Das Drama, wie es von Aristoteles theoretisch begründet wurde und wie es noch der Anti-Aristoteliker Brecht fortführte, wies eine Handlung auf. Diese Handlung bestand darin, dass sich ein Konflikt mittels Ur...

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