01.02.2017 / Inland / Seite 8

»Wir wollen keine Handelsware dieser Leute sein«

Initiative protestierte vor malischer Botschaft gegen Abschiebungen in das afrikanische Land. Gespräch mit Mohamed Camara

Gitta Düperthal

Sie haben am Dienstag vor der malischen Botschaft in Berlin protestiert. Anlass sind Abschiebungen in das Land, vor allem die besonders skandalöse von Amadou Ba und Mamadou Drame am 6. Januar mit einem Charterflug von Düsseldorf nach Bamako. Was ist Ihnen dazu bekannt?

Die Bundespolizei hat das Flugzeug einzig deshalb gechartert, um die beiden nach Mali abzuschieben. Dieser Flug am 6. Januar von Düsseldorf nach Bamako kostete 82.000 Euro, finanziert hat ihn die EU-Grenzschutzagentur Frontex. Die verfügt für solche Zwecke über einen Sonderetat in Höhe von 66 Millionen Euro pro Jahr. Überlegen Sie mal, welches Bild dabei in der Öffentlichkeit entsteht, wenn solch ein Aufwand betrieben wird, nur um sie, die vermeintlich »Illegalen«, nach Mali zurückzuschicken. Man hätte meinen können, es ginge um Topterroristen oder Schwerstkriminelle. Dabei haben sie nichts verbrochen. Sie waren in Deutschland einer Arbeit nachgegangen, um ihrer Familie etwas Geld nach Hause...

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