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27.01.2017 / Inland / Seite 4

»Nazipropaganda im Gerichtssaal«

NSU-Prozess: Verteidiger von Ralf Wohlleben stellten Beweisantrag zum »drohenden Volkstod«

Claudia Wangerin

Die Anwälte von Ralf Wohlleben sind im Münchner NSU-Prozess zur ideologischen Verteidigung übergegangen: Olaf Klemke, Wolfram Nahrath und Nicole Schneiders wollen beweisen, dass der wegen Beihilfe zum Mord angeklagte Neonazi einen real bevorstehenden »Volkstod« kommen sah. In einem von Klemke verlesenen Antrag forderten sie am Mittwoch die Ladung eines demographischen Sachverständigen, der bestätigen sollte, dass der von Rechten genutzte Kampfbegriff sachlich gerechtfertigt sei. Einen direkten Zusammenhang zum Tatvorwurf stellten sie nicht her. Es ging um die Aufschrift »Volkstod stoppen« auf einem bei Wohlleben sichergestellten Feuerzeug, dessen Gesinnung und die Rückschlüsse, die aus dieser Parole zu ziehen sind.

Allerdings wirkte der Antrag auf einige Nebenklagevertreter wie ein Legitimationsversuch für die rassistische Mord- und Anschlagsserie, zu der Wohlleben Beihilfe geleistet haben soll: Jedermann könne v...

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