19.01.2017 / Ausland / Seite 6

Zwei Helden

Ihre Geschichte unterscheidet sich, doch sie haben viel gemeinsam: Oscar López Rivera und Chelsea Manning

Jürgen Heiser

Den wohl letzten Gnadenakt des scheidenden US-Präsidenten Barack Obama machten die meisten deutschen Medien ausschließlich an der Person der Whistleblowerin Chelsea Manning fest. Dabei gab es mit dem puertoricanischen Unabhängigkeitskämpfer Oscar López Rivera einen weiteren politischen Gefangenen, der ebenfalls in vier Monaten freigelassen werden soll. Der heute 74jährige war von einem US-Gericht 1981 wegen »Verschwörung zum Umsturz« zu 55 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe wurde später wegen eines angeblich geplanten Fluchtversuchs auf 70 Jahre erhöht.

2013 war López auf der 18. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin mit einem Beitrag vertreten. Darin geißelte er den Status seines karibischen Heimatlandes als letzte US-Kolonie und erläuterte die Ziele der Unabhängigkeitsbewegung. López konnte diesen Beitrag nicht selbst halten, da er sich schon damals 32 Jahre in US-Haft befand, zwölf davon in Total­isolation.

Der Freiheitskä...

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