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16.01.2017 / Feuilleton / Seite 10

Chronist der Zerstörung

Vom Sozialismus zur Postmoderne: Zum Tod von Zygmunt Bauman

Reinhard Lauterbach

Der junge Zygmunt Bauman hatte viel Verstand, aber noch mehr Glück. Der Sohn einer gutbürgerlichen assimilierten jüdischen Familie aus Poznan floh als knapp 14jähriger mit seinen Eltern vor dem deutschen Angriff auf Polen in den Osten des Landes. Sie schafften es bis nach Lwów (Lemberg), bevor das Transportwesen zusammenbrach. Dass wenige Tage später die Sowjetunion diesen Teil Polens besetzte, rettete der ganzen Familie das Leben. An diese Wirkung der »Vierten Teilung Polens« kann bei dieser Gelegenheit auch einmal erinnert werden.

Baumann schloss die Schule in der Sowjetunion mit Auszeichnung ab, wurde zur Moskauer Polizei mobilisiert und trat später in die auf sowjetischer Seite kämpfende polnische Armee ein. Nach 1945 blieb er im Apparat und arbeitete einige Jahre als Schulungsoffizier – mit glänzenden Beurteilungen, die von polnische Kommunistenjägern später aus dem Archiv gezogen wurden, um den alten Baumann anzugehen. Um so überraschender war seine ...

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