07.01.2017 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Im Handstreich zum Chaos

86 Prozent des gesamten Bargeldes ungültig: Indiens »Währungsreform« sorgt weiter für ökonomische und soziale Verwerfungen

Thomas Berger

Was passiert, wenn ein Staat mit 1,3 Milliarden Einwohnern über Nacht 86 Prozent des im Umlauf befindlichen Bargelds für ungültig erklärt? Am Beispiel Indiens kann dies derzeit besichtigt werden. Zwar sind die Verwerfungen erheblich, doch immerhin: Für den Fiskus scheint sich die »Währungsreform« zumindest teilweise gelohnt haben.

Nachdem die Regierung von Premier Narendra Modi am 8. November handstreichartig die größten Banknoten im Nennwert von 500 und 1.000 Rupien für ungültig erklärt hatte, haben die Steuerfahnder zugeschlagen. Wie die Finanzbehörden zum Jahreswechsel mitteilten, sind bei umfangreichen Ermittlungen 43,13 Milliarden Rupien (umgerechnet 600 Millionen Euro) in alten Scheinen sichergestellt worden. Angeblich sei das Schwarzgeld. Ebenso wurde Schmuck im Wertumfang von 5,5 Milliarden Rupien konfisziert. 487 Fälle wurden an das CBI, In­diens zentrale Kriminalbehörde, und andere Strafverfolgungsbehörden weitergegeben, wie die Tageszeitung The ...

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