22.12.2016 / Inland / Seite 8

»Der Sozialstaat entledigt sich seiner Aufgaben«

Kirchliche und private Wohlfahrt boomt – auch in Bereichen, in denen die öffentliche Hand in der Pflicht steht. Gespräch mit Rainer Ponitka

Gitta Düperthal

Der Landesvorstand des Internationalen Bunds der Konfessionslosen und Atheisten in Nordrhein-Westfalen hat sich dafür ausgesprochen, den Sozialstaat gegenüber sogenannten Charity-Systemen zu stärken: Ist der Trend der Kirchen, »milde Gaben« zu verteilen, in vergangenen Jahren besorgniserregend angewachsen?

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ist auffällig, dass privates Engagement in Form von Almosensystemen anwächst. Aufrufe im Rundfunk, an der Tür klingeln diverse Wohltätigkeitsorganisationen. Freilich ist nichts dagegen zu sagen, wenn Leute Gutes tun und Armen geben wollen – allerdings muss klar sein, dass es nach wie vor die Aufgabe des Staates ist, soziale Sicherheit zu gewährleisten. Es darf nicht zur Regel werden, dass es von der Spendenfreudigkeit des begüterten Bürgertums abhängt, ob jemand hierzulande existieren kann. Es ist ein Freiheitsrecht, sein Leben frei von Krankheit und materieller Überlebensangst verbringen zu können.

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