21.12.2016 / Inland / Seite 8

»Dieser Tarifvertrag verhindert ›Equal Pay‹«

Mit Zustimmung der Gewerkschaften kann Leiharbeitern gleicher Lohn für gleiche Arbeit verwehrt werden. Gespräch mit Mag Wompel

Johannes Supe

Der Tarifvertrag Leiharbeit läuft Ende des Jahres aus, die Verbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes, DGB, wollen ihn verlängern. Ende November wurde ein Verhandlungsergebnis erreicht. Künftig sollen die Löhne im Westen um etwa drei Prozent, im Osten um annähernd fünf Prozent steigen. Stellt Sie das Ergebnis zufrieden?

Absolut nicht. Wir sind sehr unzufrieden damit, dass es überhaupt zu einem Tarifergebnis gekommen ist, aber dazu gleich mehr. Dieses Ergebnis wurde schöngerechnet. Als Argument für den Tarifvertrag wurde angeführt, dass der in der Leiharbeit geltende Mindestlohn höher sein soll als der gesetzlich festgelegte. Doch der gesetzliche Mindestlohn wird im kommenden Jahr auf 8,84 Euro pro Stunde erhöht. Im neuen Tarifvertrag ist für den Osten als unterste Stufe ab kommendem März ein Betrag von 8,91 Euro vorgesehen. Doch dieser Mindestlohn tritt für die Leiharbeiter nur in der verleihfreien Zeit in Kraft. Und die versuchen die Unternehmen zu vermei...

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