16.12.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Kontrolle des Umfelds

Die Bundeswehr setzt sich im Nahen Osten fest. Die BRD verkauft das als »Entlastung der USA«, will sich jedoch zur unabhängigen Großmacht mausern

Jörg Kronauer

Oft ist über ihn geredet worden im außen- und militärpolitischen Establishment Berlins: über den »Krisenbogen«, der die EU im Süden und im Südosten umgibt. Mali, Libyen, Somalia, Syrien, Irak: Die Liste der Länder im erweiterten Umfeld der EU, die – meist nach westlichen Interventionen – in Krieg und Bürgerkrieg versinken, ist im Laufe der letzten Jahre immer länger geworden. Was tun? Auch militärisch eingreifen, hieß es schon im Oktober 2013 in dem wichtigen Strategiepapier »Neue Macht – Neue Verantwortung«, das damals von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und vom German Marshall Fund of the United States (GMFUS) publiziert wurde: Die deutsche Außen- und Militärpolitik müsse sich künftig »in erster Linie auf das zunehmend instabil werdende europäische Umfeld von Nordafrika über den Mittleren Osten bis nach Zentralasien konzentrieren«. Diese Auffassung hat sich durchgesetzt, und so nimmt nun auch das neue »Weißbuch« der Bundeswehr, ein Basisdoku...

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