Gegründet 1947 Dienstag, 23. Juli 2019, Nr. 168
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10.12.2016 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

In bequemer Handgranatenwurfweite

Der deutsche Publizist Klaus Mehnert lieferte die Anleitung für den japanischen Überfall auf Pearl Harbor vor 75 Jahren

Otto Köhler

Das weiß er mathematisch genau: »Meine Rolle 1941 = Null«. Gewiss, Pearl Harbor war, so schrieb der bedeutende Publizist Klaus Mehnert (1906–1984), »eines der folgenreichsten Ereignisse unseres Jahrhunderts«. Die Beschuldigung aber, »ich sei an ihm beteiligt gewesen«, habe sich »als Windei« erwiesen.

Mehnert, dessen Bücher über den »Sowjetmenschen« und den »Deutschen Standort« in den Regierungszeiten von Kurt Georg Kiesinger bis Helmut Schmidt eine Zweieinhalbmillionenauflage erreichten, war sich in seiner Bekenntnisschrift »Ein Deutscher in der Welt« dieser »Feststellung« ganz sicher: »In meinem ganzen Leben bin ich nie Spion oder Agent irgendeines Staates gewesen, weder des meinen noch eines fremden, und habe nie eine Tätigkeit ausgeübt, die auch nur entfernt mit Spionage in Verbindung gebracht werden könnte.«

So was war ihm so völlig fremd wie nur irgendwas. »Ich weiß, dass es Spionage gibt und geben wird. Ich selbst aber bin von Natur aus für Spionage e...

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