10.12.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Ungerecht und unwahr

Die DDR befasste sich nicht mit dem Mord an den europäischen Juden? Diese Behauptung hat mit Tatsachen nichts zu tun

Detlef Joseph

Professor Dr. Detlef Joseph verstarb am 5. Dezember in Berlin, wenige Wochen vor seinem 83. Geburtstag. Der Jurist war von 1961 bis 1991 an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig und publizierte inbesondere zu Frage des Antifaschismus und Antisemitismus. Den folgenden, unverändert aktuellen Text entnahmen wir seinem Buch »Die DDR und die Juden. Eine kritische Untersuchung« (Das Neue Berlin, 2010). Wir danken dem Verlag für die freundliche Genehmigung zum Abdruck.

Der Vorwurf, die SBZ/DDR habe sich nicht frühzeitig genug um die Beurteilung der massenhaften Judenvernichtung gekümmert, geht insofern an den Tatsachen vorbei, als der von den Nazis seit 1941 praktizierte Massenmord als »Endlösung der Judenfrage« auch nach der Zerschlagung des deutschen Faschismus in seiner Schrecklichkeit erst sukzessive in das Bewusstsein der Menschen Eingang fand.

Man sollte schon zur Kenntnis nehmen, dass beispielsweise das Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 kein Wort übe...

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