08.12.2016 / Feuilleton / Seite 10

Haschisch nur zu Hause

Als alte Musik noch jung war: Der Mittelweg 36 kümmert sich um die bundesdeutsche Poprezeption

Christof Meueler

Mit dem Popmusikhören ist wie mit dem Biertrinken: Man sollte nicht zuviel davon erwarten, aber manchmal ist es sehr gut. Erhellend darüber zu schreiben gelingt selten. Der Mittelweg 36 vom Hamburger Institut für Sozialforschung ist eine Zeitschrift, von der man das jetzt nicht unbedingt erwartet hätte. Im aktuellen Heft geht es etwas großsprecherisch um den Schwerpunkt »Wenn Pop Geschichte wird«. Popmusikgeschichte ist ja eine Ansammlung von Geschichten unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen; von Songs, Musikern und Szenen, bei denen immer die Frage ist, wem sie was bedeuten. Kürzlich sagte mir ein Jugendlicher, dass Rockmusik heute die Musik der Alten ist, während es früher doch die Musik der Jungen gewesen sei.

»Klingt gut, ist falsch« ist der herausragende Beitrag von Detlef Siegfried betitelt. Der Geschichtsprofessor aus Kopenhagen beschreibt die »Legitimitätskämpfe um Popmusik in der linken Szene der 1970er Jahre«. Anfangs versuchte man in d...

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