07.12.2016 / Feuilleton / Seite 11

Die Schönheit von Uwe

Heute kommen »die tage in l.« von Ronald M. Schernikau in Berlin auf die Bühne

Alexander Reich

»Die Geschichte Lateinamerikas, Afrikas und Asiens ist unsere Geschichte wie die des Faschismus. Wir können lernen, was Herrscher taten, um Revolutionen ...« Der junge Schauspieler hat auf der Probe noch so seine Probleme mit dem Text. Ist ja auch sperrig. Und dieser Anspruch! »Theorie des Sozialismus«, »im Untergang unserer Unterdrücker unseren eigenen sehen« … Es sind tiefschürfende Denkanstöße, die er da abfeuert wie Schüsse in die Luft, wenn er sie nicht nur runterhaspelt – bis eine Mitspielerin ihn hörbar genervt auf den Teppich zurückholt: »Was ist deine Geschichte Afrikas, und wie kannst du die mit der des Faschismus gleichsetzen?«

Kurz ist man erleichtert, dass mit der Unterbrechung wieder Leben in die Bude kommt oder Dialog oder wenigstens Abwechslung, aber man muss sich ihre Frage auf der Zunge zergehen lassen: »deine Geschichte«, »Faschismus gleichsetzen« – es gibt da kein Wir mehr, keine Grundlage für eine Verständigung. Und diese Dummheit, die...

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