06.12.2016 / Inland / Seite 5

Stromriesen hoffen auf Geld

Bundesverfassungsgericht verkündet heute sein Urteil zum vorzeitigen Atomausstieg. Kraftwerksbetreiber fordern Schadenersatz in Milliardenhöhe

Reimar Paul

Politiker, AKW-Betreiber und Umweltschützer blicken gespannt nach Karlsruhe. Dort verkündet das Bundesverfassungsgericht am heutigen Dienstag sein Urteil in Sachen Atomausstieg. Die Energiekonzerne E.on, RWE und Vattenfall hatten Verfassungsbeschwerde eingereicht. Sie sehen sich durch die nach dem Super-GAU im japanischen Fukushima von der Bundesregierung verfügte vorzeitige Abschaltung deutscher Atomkraftwerke quasi enteignet. Sollten sie recht bekommen, wäre der Boden für milliardenschwere Entschädigungsklagen bereitet.

Am 11. März 2011 hatte ein schweres Seebeben vor seiner Ostküste Japan erschüttert. In der Folge hatte eine Riesenwelle zahlreiche Städte und Gemeinden zerstört und mehr als 18.000 Menschen getötet. Auch das direkt am Meer gebaute Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurde schwer beschädigt. In drei von sechs Blöcken schmolzen die Reaktorkerne, gewaltige Mengen radioaktiv hoch kontaminierten Wassers flossen in den Pazifik. In Deutschland wurde...

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