06.12.2016 / Thema / Seite 12

Ambivalente Institution

Seitdem der Internationale Strafgerichtshof im Jahr 2002 seine Tätigkeit aufnahm, steht er in der Kritik. Vor allem ­afrikanische Staaten bemängeln die ­einseitige Ausrichtung der Ermittlungen. Gleichwohl bleibt die Organisation wichtig

Christa Schaffmann

Heute beginnt am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag der Prozess gegen Dominic Ongwen. Ongwen wurde als Kind von der ugandischen Lords’s Resistance Army (LRA) entführt und zum Kindersoldaten gemacht. Angeklagt wird er schwerster Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Bereits 2003 hatte sich Ugandas Staatspräsident Yoweri Museveni an den IStGH gewandt mit der Bitte, Druck auf die LRA auszuüben und sie zu Friedensverhandlungen zu bewegen. So lenkte er geschickt die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit ausschließlich auf die Verbrechen der LRA, während das Versagen und die Greueltaten der ugandischen Armee und Regierung unbeachtet blieben.

1985 hatte Museveni das Regime von Milton Obote mittels seiner National Resistance Army gestürzt. Danach entstanden verschiedene Widerstandsbewegungen, u. a. die Lord’s Resistance Army unter Joseph Kony, die 1990 zur stärksten Rebellengruppe wurde. Kony kämpfte gegen die poli...

Artikel-Länge: 18176 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe