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25.11.2016 / Feuilleton / Seite 10

Am Moos geschnuppert

Herr Nölle bemüht sich um Kunst: Der Schweizer Debütfilm »Aloys«

André Weikard

Also geben wirs zu: Aloys (Georg Friedrich) ist ein merkwürdiger Kerl. Eigentlich ist er nicht mal sympathisch. Privatdetektiv von Beruf, Stalker in der Freizeit, stellt er seinen Mitmenschen nach. Mal mit der Kamera, mal mit dem Mikrophon. Zu Hause im abgedunkelten Plattenbauzimmerchen flimmern die Aufnahmen über den Röhrenfernseher. Bilder von Fremden im Park, von Schafen auf der Wiese, von seinem Vater im Sarg. Tristes Leben. Ein Privatdetektiv hockt zwischen Fastfood und Schnapsflasche. Den Kummer, den er seinen Mandanten zuweilen bereitet, quittiert er mit einem fatalistischen »C’est la vie«.

Wers nicht vorher wusste, merkt bald, dass es sich bei dem 90minüter um ein Regiedebüt handelt. Der gebürtige Schweizer Tobias Nölle strapaziert sein Publikum mit einem restpubertären Thema und einer überdeutlichen Symbolik. Undurchdringlich beschlagene Fensterscheiben, eine Hauptfigur mit Nachnamen Adorn (= Adorno?), ein Mann, der am Bauch seiner schwangeren Fre...

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