25.11.2016 / Inland / Seite 2

»Im ersten Halbjahr starben 1.600 Zivilisten«

Die Lage in Afghanistan ist auch 2016 dramatisch. Die Bundesregierung spricht dennoch von »sicheren Zonen«. Ein Gespräch mit Oliver Ongaro

Markus Bernhardt

Für 26. November rufen verschiedene Flüchtlingsorganisationen zu einer landesweiten Demonstration nach Düsseldorf auf. Unter dem Motto »Das nennt Ihr sicher?« wollen sie gegen Abschiebungen nach Afghanistan protestieren. Die Bundesregierung behauptet hingegen, es gebe sichere Zonen im Land.

Und weil dem so ist, musste Bundesinnenminister Thomas de Maizière, CDU, auch mit einer kugelsicheren Weste aus einem Militärhubschrauber in Kabul steigen, flankiert von mehreren schwerbewaffneten Soldaten. Dort behauptete er zu Beginn des Jahres 2016 in einem Fernsehinterview, dass Afghanistan sicher sei. Am selben Tag sprengte sich – nur wenige Kilometer entfernt – ein Selbstmordattentäter der Taliban an einer stark besuchten Verkehrsader in die Luft. Er riss dabei 20 weitere Menschen mit in den Tod. Dass das Alltag der afghanischen Bevölkerung ist, verschweigt de Maizière. Statt dessen lässt er verlauten, dass Afghanen lediglich aus Gründen ökonomischer Perspektivlos...

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