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22.11.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Mythos vom »Pipelinekrieg«

Hinter dem syrischen Krieg soll ein Kampf um Gaspipelines stecken, besagt eine These. Die Geschichte ist jedoch fragwürdig

Knut Mellenthin

Ein Gerücht geht um: Bei der Unterstützung der Gegner von Baschar Al-Assad durch die USA und ihre Verbündeten auf der arabischen Halbinsel handele es sich in Wirklichkeit um einen »Pipelinekrieg«. Der syrische Präsident habe 2009 den Fehler gemacht, einem Pipelineprojekt des kleinen Fürstentums Katar nicht zuzustimmen. Die Leitung hätte unter anderem über syrisches Gebiet führen und Gas nach Europa bringen sollen. Assad habe seine Ablehnung mit der Rücksichtnahme auf Moskau begründet, da das Projekt offensichtlich dazu gedacht gewesen sei, Russlands Anteil am europäischen Markt zu verringern.

Der zweite Fehler Assads sei es gewesen, im Juli 2011 einen Pipelinevertrag mit dem Iran und Irak abzuschließen. Die Leitung, deren Bau damals vereinbart worden sei, habe iranisches Erdgas nach Europa transportieren sollen. Beide Projekte, das des Iran und das Katars, hätten, um den europäischen Markt zu erreichen, den Anschluss an die Nabucco-Pipeline vorgesehen....

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