19.11.2016 / Ansichten / Seite 8

Untoter Despot

Ehrengrab für Ferdinand Marcos

Rainer Werning

Der 18. November 2016 wird sich allen Filipinos, die unter der langjährigen Herrschaft von Präsident ­Ferdi­nand Marcos (1965–1986) gelitten und gegen sie gekämpft haben, als pechschwarzer Tag ins Gedächtnis einbrennen. Für all jene, die gar ihr Leben verloren haben im Kampf gegen den größten Despoten, Kleptokraten und Lügner, den der Inselstaat jemals hervorgebracht hat, steht dieses Datum für eine infame Verhöhnung.

Just 30 Jahre nach seinem Sturz infolge der »People Power Revolution« im Februar 1986 ist Marcos posthum das vergönnt worden, wofür sich seither seine Familie und beträchtliche Gefolgschaft (vor allem in der Heimatprovinz Ilocos Norte nördlich von Manila, wo sein einbalsamierter Leichnam in Batac in einem Mausoleum untergebracht war) mit Verve eingesetzt haben. Er wurde gestern klammheimlich auf Manilas Heldenfriedhof beigesetzt, nachdem der Oberste Gerichtshof des Landes am 8. November in einem 9:5-Votum dafür gestimmt hatte.

Nationalp...

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