18.11.2016 / Feuilleton / Seite 10

Kein leichtes Spiel

»Proleten, Pöbel, Parasiten – Warum die Linken die Arbeiter verachten«: Christian Baron traut »Bessermenschen« nicht zu, die Welt zu verändern

Claudia Wangerin

Es kommt vor, dass Aufsteiger zu Kronzeugen gegen die angeblich faule und bequeme Mehrheit der Unterschicht werden, weil ihnen das Schulterklopfen der Neoliberalen so schmeichelt: Seht her, da ist einer, der hat es mit Fleiß und Disziplin geschafft; die Welt ist eben doch gerecht. Andere mögen stolz auf ihre besondere Begabung sein. Christian Baron widersteht beiden Versuchungen. In seinem Buch »Proleten, Pöbel, Parasiten – Warum die Linken die Arbeiter verachten« führt er es zu wesentlichen Teilen auf Glück und gute Grundschullehrerinnen zurück, dass er als erster in seiner Familie studieren konnte. Seine Geschwister hätten in bestimmten Situationen weniger Glück gehabt.

Linke aus bildungsbürgerlichen Elternhäusern unterschätzen seiner Meinung nach, wie viel Glück sie von Geburt an hatten. Im Alter von acht Jahren – diese Szene beschreibt er zum Auftakt – war Baron kurz davor, seinem gewalttätigen Vater ein Holzscheit über den Kopf zu ziehen. Nach dem frü...

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