Der Schwarze Kanal
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16.11.2016 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Staatsräson

Daniel Bratanovic

Einen »Sieg der Staatsräson« nannte der Jurist und Journalist Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung die Einigung der Regierungsparteien, den amtierenden Außenminister Frank Walter Steinmeier zum künftigen Staatsoberhaupt dieses Landes wählen zu lassen. Was er damit meinte, führte er nicht weiter aus, es lässt sich nur erahnen. Offensichtlich versteht Prantl darunter etwas Gutes. Doch wer sich wie zur Staatsräson verhält, das ist immer eine Frage des Standpunkts. Zu leidlich besseren Zeiten hätte man ganz ohne Scham und Scheu gesagt: das ist eine Frage des Klassenstandpunkts.

So verstand das jedenfalls auch der Dichter Erich Mühsam, der den beiden in den USA auf der Grundlage fragwürdiger Indizien 1927 hingerichteten Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti in seinem Stück »Staatsräson« ein Denkmal gesetzt hat. In der Todeszelle lässt er Vanzetti seinen Genossen erklären, was es damit auf sich habe: »Weißt du, was Staatsräson ist? Staatsrä...

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