Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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15.11.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

So geht Hegemonie

Über rot-weiße Fahnen und das zur Schau gestellte nationale Ressentiment. Eindrücke vom »Unabhängigkeitsmarsch« in Warschau

Reinhard Lauterbach, Poznan

Auf dem Bahnsteig im westpolnischen Städtchen Wrzesnia stehen am Freitag morgen ungefähr 15 Leute, die Besenstiele dabeihaben. Teils vierschrötige, kahlrasierte Gestalten, teils Leute, denen man die körperliche Arbeit ansieht, aber auch Paare im Studentenalter, angezogen wie für einen gemeinsamen Ausflug. Der Zug kommt schon aus Szczecin (Stettin), er ist rappelvoll und hat eine halbe Stunde Verspätung, weil die Bahn unterwegs noch zusätzliche Waggons angehängt hat, um des Andrangs Herr zu werden. Trotzdem reicht der Platz nicht für alle. Hunderte Leute mit um die Schultern geschlungenen Nationalfahnen und »patriotischen« T- Shirts über den Anoraks hocken auf den Gängen, bringen sich mit Dosenbier in Stimmung und werfen an jeder Station Knallfrösche auf den Bahnsteig. Beides ist eigentlich verboten, aber die Polizei, die für jeden Waggon ein paar Beamte mit Knüppeln und Pfefferspraydosen am Gürtel abgestellt hat, schaut darüber hinweg.

Kaum ist der Zug im ...

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