27.10.2016 / Feuilleton / Seite 11

»Bildung war oberstes Staatsziel«

Europa in der Türkei, damals: Der Film »Haymatloz«. Ein Gespräch mit Eren Önsöz und Enver Tandogan Hirsch

Sabine Matthes

»Haymatloz. Exil in der Türkei« ist ein wunderbar kaleidoskopischer Film über ein weitgehend unbekanntes Kapitel deutsch-türkischer Geschichte. Als in den 1930er Jahren deutsch-jüdische Akademiker von den Nazis vertrieben wurden, lud der türkische Staatspräsident Mustafa Kemal Atatürk etwa 1.000 von ihnen ein, die junge Republik nach westlichem Vorbild zu modernisieren. Die Kölner Regisseurin Eren Önsöz erzählt diese Geschichte mit ihren fünf Protagonisten Engin Bagda, Susan Ferenz-Schwartz, Kurt Heilbronn, Enver Tandogan Hirsch und Elisabeth Weber-Belling – den Nachkommen der Emigranten. Das Wort »haymatloz« wurde den deutschen Flüchtlingen in die Aufenthaltspapiere gestempelt.

Sind Türken bessere Europäer als Deutsche?

Eren Önsöz: Sie waren es tatsächlich zu einer Zeit, als in Europa diese Werte nichts galten. Beeindruckt hat mich jene Generation, die die Anfänge der jungen Republik unter Atatürk miterlebt hat und die ich bei meinen Recherchen kennenlerne...

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