27.10.2016 / Titel / Seite 1

Putsch in Diyarbakir

Türkische Regierung lässt die beiden Kobürgermeister der Kurdenmetropole verhaften. Proteste gegen Ankaras Kolonialpolitik

Peter Schaber

Nach Monaten andauernder Angriffe gegen demokratisch gewählte Regionalverwaltungen im Südosten der Türkei hat Ankara am Dienstag abend die beiden Kobürgermeister der Millionenstadt Diyarbakir (kurdisch: Amed) verhaften lassen. Gültan Kisanak und Firat Anli sollen laut türkischer Behörden Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sein.

Vor allem die Verhaftung von Kisanak hat hohen Symbolwert: Sie ist die erste Frau und die erste Angehörige der in der Türkei diskriminierten Minderheit der Aleviten, die das Amt der Bürgermeisterin innehat. Kisanak war bereits zuvor Opfer staatlicher Repression geworden. Weil sie sich weigerte, ihre kulturelle Identität als Kurdin zu verleugnen, wurde sie in den 1980er Jahren in einem berüchtigten Foltergefängnis in Diyarbakir eingekerkert.

Gegen die politisch motivierte Verhaftung der beiden Oppositionspolitiker, die der regionalen Schwesterpartei der linken HDP angehören, gingen bereits am gestrigen Mittwoch ...

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