22.10.2016 / Inland / Seite 4

Ausgebremste Kriminalisten

NSU: Die »Ermittlungsgruppe Umfeld« in Baden-Württemberg hatte kaum Befugnisse – und sollte nicht nach Mittätern beim Heilbronner Polizistinnenmord suchen

Claudia Wangerin

Als »grob mangelhaft« hat der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags die polizeiliche Ermittlungsarbeit zum Personenumfeld der Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« in Baden-Württemberg bewertet. Das sei aber nicht die Schuld der damit beauftragten Beamten, betonte der Ausschussleiter Clemens Binninger (CDU) am Donnerstag vor Journalisten. Die 2013 eingesetzte »Ermittlungsgruppe Umfeld« sei ein »Papiertiger« gewesen – der damalige Landesinnenminister Reinhold Gall (SPD) habe sie nicht mit den nötigen Befugnissen ausgestattet.

Die frühere Leiterin der »EG Umfeld«, Heike Hißlinger, war am Donnerstag als Zeugin in dem Ausschuss vernommen worden. Sie hatte gleich zu Beginn klargestellt, dass sie und die ihr unterstellten Beamten »keine Nachermittlungen zum Mord in Heilbronn« anstellen sollten. Gemeint war der versuchte Doppelmord an zwei Kollegen, dem die 22jährige Michèle Kiesewetter am 25. April 2007 auf der Heilbronner Theresienwiese zum Opfe...

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