20.10.2016 / Inland / Seite 8

»Es liegt an uns, wenn es so viele Radikalisierte gibt«

Antisemitismus kann nur in einem Zusammenwirken aller ­gesellschaftlichen Kräfte überwunden werden. Gespräch mit Armin Langer

Carmela Negrete

Sie waren Student der jüdischen Theologie am Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam, wurden dort aber rausgeschmissen. Warum mussten Sie das Kolleg verlassen?

In November 2015 hat der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt gesagt, dass die Geflüchteten, die nach Deutschland kommen, antisemitisch, homophob und frauenfeindlich seien. Diese Unfähigkeit zur Integration hat er als »ethnisches Problem« unter den Arabern bezeichnet. Ich fand das sehr problematisch, und daraufhin habe ich ihn in einem Beitrag für die taz als Rassisten bezeichnet. Ich habe mich zwar später für meine Wortwahl entschuldigt, trotzdem wurde ich aus dem Rabbinerseminar geworfen. Ich bin aber bereits mit einem anderen Seminar im Gespräch, das mich aufnehmen will.

In Ihrem Buch »Ein Jude in Neukölln« erzählen Sie, dass Ihre Großeltern Juden waren. Woher kommt Ihre eigene Religiosität?

Von meinen Eltern jedenfalls nicht. Die sind Athei...

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