07.10.2016 / Feuilleton / Seite 10

Backen erst mal ohne Mehl

Zukunft der Berliner Volksbühne: Aufruf zu einer Bewegung, die keine sein will

Josefine Turmmeister

Es klang nach einer großen Idee. Die Volksbühne in Berlin, die ab nächstem Jahr vom Museumsmanager Chris Dercon geleitet wird, sollte als »Die wahre Volksbühne« wieder auferstehen. So wie Berliner Arbeiter 1890 die freie Volksbühnenbewegung auf der Taufe hoben, um sich Zugang zur bürgerlich verwalteten Kultur zu verschaffen. Mit dieser Initiative würde man den idiotischen Senat Kulturpolitik lehren und das große Haus am Berliner Rosa-Luxemburg-Platz über Nacht demokratisieren, raunte es durch Berlin.

Normalerweise hat Guillaume Paoli bei seinen philosophischen Betrachtungen im Roten Salon des Hauses höchstens 30 Zuschauer, sein vorab verbreiteter Aufruf zur Gründung einer neuen Bewegung brachte 146 verkaufte Karten. Der Dramaturg Matthias Hering schwärmte: »Es geht auch um die Eigentumsrechte am Haus.« Die Anwesenden hatten den Satz: »Die Gründung findet am 04.10.2016, 20 Uhr im Roten Salon statt« wohl etwas zu unphilosophisch interpretiert. »Gerade hat di...

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