05.10.2016 / Thema / Seite 12

Teile und herrsche

Rezension. »Sharing Economy«: Der Journalist Tom Slee zeigt, dass die kapitalistische Herrschaft durch die Ökonomie des Teilens nicht geschwächt, sondern noch fester verankert wird

Thomas Wagner

Nicht wenige Linke glauben, dass sich der Kapitalismus im Zuge der rasanten Entwicklung der elektronischen Produktivkräfte gleichsam von selbst abschaffen werde. Das Ziel einer solidarischen und gerechten Gesellschaft, an deren Aufbau sich alle Wohlmeinenden beteiligen können, scheint im Zuge immer kostengünstigerer Möglichkeiten digitaler Vervielfältigung und Verbreitung von Erzeugnissen durch das Internet in greifbare Nähe zu rücken – ganz ohne Arbeitskämpfe, politische Auseinandersetzungen oder gar eine Revolution.

Das Zauberwort heißt Sharing Economy. Da viele Güter nicht mehr erworben werden müss­ten, sondern geteilt werden könnten, sinke die Profitrate der Konzerne in einem so großen Maße, dass diese ihre gesellschaftliche Machtstellung aufgeben müssten. Das jedenfalls meint der US-amerikanische Wirtschafts- und Politikberater Jeremy Rifkin. Das ökonomische Leben werde demokratischer, verkündete er im Handelsblatt (16.10.2014). Hinzu käme ein pos...

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