30.09.2016 / Feuilleton / Seite 11

Auf Montage

Jubiläum und Ortstermin bei Moloko Plus: Seit zwanzig Jahren hat das musikalische und literarische Cut-up ein Zuhause in Sachsen-Anhalt

Robert Mießner

Auf dem Weg zu der Arbeit, für die er Geld ausgibt, geht Ralf Friel durch eine langgestreckte Werkhalle. In ihr fliegen Funken von Schweißgeräten, trifft Metall auf Metall. Die Halle klingt. Ihr Rasseln und Scheppern überlagert sich aus den Ecken und Arbeitsstationen; dabei folgt es einem Plan, nach dem wuchtige Tankbehälter produziert werden. Sie passen mit Mühe und Not in ein Klassenzimmer. Dann öffnet Friel eine Seitentür, und einen labyrinthischen Korridor später steht er in einem Besprechungszimmer, von dem ein Lagerraum abgeht. In ihm stapeln sich Kartons, doch befinden sich in ihnen statt Werbe- oder Brandschutzbroschüren illustrierte Bücher und Tonträger. Friel holt eine der CDs ans Tageslicht und legt sie auf den großen Holztisch: »Five Eyes«, 2014 eingespielt von dem Experimentalmusiker und -komponisten Alfred 23 Harth und dem ehemaligen Ton-Steine-Scherben-Drummer und späteren Improvisationskünstler Wolfgang Seidel. Auf ihr ein Stück, das wie e...

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