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24.09.2016 / Feuilleton / Seite 11

Keine Widerrede

In Polen wurde mit dem Film »Smolensk« ein neues Genre entwickelt, um die antirussische Kampagne zu verstärken: Die Schmierentragödie

Reinhard Lauterbach

Seit dem Tod des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski, dessen Flugzeug am 10. April 2010 beim Landeanflug auf den russischen Militärflughafen Smolensk abstürzte, tritt sein Zwillingsbruder, der PiS-Parteichef Jaroslaw Kaczynski, in der Öffentlichkeit nur noch in schwarzen Anzügen mit schwarzer Krawatte auf. Am 10. jedes Monats versammeln sich bis heute vor dem Präsidentenpalast in der Warschauer Altstadt PiS-Anhänger zu Gedenkkundgebungen und ziehen anschließend in eine nahegelegene Kirche zu einer Totenmesse. Zentraler Inhalt dieser Veranstaltungen ist die Behauptung, dass das Flugzeug nicht infolge unglücklicher Umstände – und von Fehlentscheidungen der Piloten – abstürzte, sondern infolge eines Anschlags.

Man könnte das alles als Kaczynskis Privatsache und – was seine Anhänger angeht – als politische Folklore betrachten und zur Tagesordnung übergehen. Zumal Umfragen im Umfeld des Jahrestages im Frühjahr gezeigt haben, dass die meisten Polen inzwischen ...

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