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24.09.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Von der Politik ignoriert

Prekäre Lebenslagen, Ausgrenzung, Fremdenhass: In Bautzen und Umgebung haben Neonazis leichtes Spiel

Susan Bonath

Saufen, pöbeln, »Deutschsein« kultivieren: »Das ist bei uns in der Provinz längst zur Mainstreamkultur geworden, vor allem bei der Jugend«, sagt Tobias E. im Gespräch mit jW. Er lebt im ostsächsischen Löbau, das 20 Kilometer entfernt liegende Bautzen kennt er gut. Dass es dort zu Ausschreitungen gegen und Jagden auf Geflüchtete gekommen ist, »war eine Frage der Zeit«. Schuld sei vor allem die Politik. Seit Jahren ignoriere sie die Probleme der Abgehängten, erklärt der Löbauer, der sich seit Jahren für das gesellschaftliche Leben in seiner Stadt engagiert.

Tobias E. spricht von fehlenden Sozialarbeitern und Jugendklubs. Auch in Löbau, 15.000 Einwohner, gebe es lediglich ein selbstverwaltetes Domizil für Jugendliche. Er selbst war Mitglied im Betreiberverein. »Wir konnten kaum was machen ohne Geld.« Finanzspritzen versage die Stadt wegen klammer Kassen, Alternativen biete sie nicht. »In Bautzen gibt es nur ein Kulturzentrum, aber wer kein Geld hat, kann da n...

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