14.09.2016 / Ausland / Seite 7

Fahrstuhl zur Hölle

Der Putsch frisst seine Kinder. Brasiliens Parlament entsorgt seinen früheren Präsidenten Eduardo Cunha

Peter Steiniger

Darauf hat die Welt lange gewartet. Mit der Rekorddauer von fast einem Jahr lief das Verfahren gegen Brasiliens meineidigen früheren Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha. Nun wurde er von seinen Kollegen im Unterhaus fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Satte 450 Abgeordnete votierten in der Nacht zum Dienstag in Brasília dafür, ihm das Mandat zu entziehen. 257 Stimmen hätten genügt. Neun enthielten sich und nur ganze zehn Abgeordnete hielten dem vor kurzem noch mächtigsten Mann der Deputiertenkammer die Treue. Sein Einfluss und seine Schliche hatten den Prozess zwar in die Länge strecken, ein Urteil letztlich aber nicht abwenden können. Bis 2027 darf in der Konsequenz sein Name auf keinem Wahlzettel mehr erscheinen. Damit erhält Cunha das passive Wahlrecht erst drei Jahre später als Brasiliens neuer Präsident Michel Temer zurück, dem von der Justiz Anfang August unerlaubte Beihilfen zu den Kampagnen von Parteifreunden nachgewiesen worden waren. Beide ...

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