03.09.2016 / Ausland / Seite 6

Hetzjagd auf Roma

Ukraine: Einwohner verüben Pogrom. Behörden billigen Vertreibungen

Frank Brendle

In Loschtschiniwka im Südwesten der Ukraine kurz vor der Grenze zu Rumänien am Schwarzen Meer haben sich am vergangenen Wochenende antiziganistische Übergriffe ereignet, in deren Folge 50 Roma aus der Ortschaft fliehen mussten. Ukrainischen Nachbarn hatten die Roma attackiert. In ihrer Absicht, die Menschen aus der Gegend zu vertreiben, wurden die Angreifer von der Gebietsverwaltung offen unterstützt.

Auslöser beziehungsweise Vorwand für die Überfälle war die Festnahme eines 21jährigen Mannes, der des Mordes an einem neunjährigen ukrainischen Mädchen beschuldigt wurde. Nach Angaben der Charkiwer Menschenrechtsgruppe« hat er Roma in seiner Verwandtschaft, gehört aber selbst nicht der Minderheit an. Mehrere hundert Einwohner randalierten am Sonntag dennoch vor von Roma bewohnten Häusern am Stadtrand. Sie zerstörten Zäune, warfen Scheiben ein und steckten ein Gebäude in Brand. Zu Anfeindungen war es bereits am Freitag gekommen, nachdem die Leiche des Mädchens...

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