29.08.2016 / Feuilleton / Seite 11

Ein sechzigminütiges Selbstgespräch

Über Gott und die Popwelt: Das neue, auratisch verspulte Album von Blood Orange

Michael Saager

Pop und Religion haben selten etwas miteinander zu schaffen. Wenn doch, kommt wenig Gutes dabei raus. Ausnahmen bestätigen diese Regel nicht, das können sie nämlich gar nicht. Eine Ausnahme ist der Song »Augustine« von Blood Orange trotzdem. Gemeint ist Augustinus von Hippo. Dem kirchlichen Philosophen der Spätantike gebührt das zweifelhafte Verdienst, das Christentum über den afrikanischen Kontinent gebracht zu haben. Devonté Hynes wiederum, dem in New York lebenden karibischen Afrobriten hinter Blood Orange, verdanken wir tatsächlich einen Song über Augustinus. Eine für queeren Pop, wie der 1985 geborene Hynes ihn liebt, etwas seltsame Idee? Nicht unbedingt.

»Augustine«, auratisch verspult wie Arthur Russels Sphärendisco, souverän verkitscht wie der Britpop Prefab Sprouts oder die Balladen von Prince und durchaus exemplarisch für das dritte Album »Freetown Sound«, sucht zu verstehen, was Hynes’ aus dem afrikanischen Sierra Leone und dem südamerikanischen...

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