25.08.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Terror mit Strategie

Wer steht hinter dem verheerenden Selbstmordanschlag auf eine kurdische Hochzeitsgesellschaft im südtürkischen Gaziantep?

Peter Schaber

Als sich in der Nacht vom 20. auf den 21. August ein Selbstmordattentäter inmitten einer Hochzeitsgesellschaft im südanatolischen Gaziantep in die Luft sprengte, verloren 53 Menschen ihr Leben, 13 der etwa hundert bei dem Attentat Verletzten befinden sich immer noch in einem kritischen Zustand. Mehr als 30 der Ermordeten waren noch im Kindesalter.

Der Ort der Bluttat war keineswegs zufällig. Ausgewählt wurde er offenbar entlang des klassischen Feindbildschemas türkischer Nationalisten und islamistischer Dschihadisten: Die zu dem feierlichen Anlass zusammengekommenen Familien waren kurdisch und alevitisch sowie Sympathisanten oder Mitglieder der linken Demokratischen Partei der Völker (HDP).

Die türkische Regierung machte in ersten Verlautbarungen den »Islamischen Staat« (IS, Daesch) für die Bluttat verantwortlich, Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einem zwischen zwölf und 14 Jahre alten Kind als Angreifer. Wenig später allerdings ruderte Premi...

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