23.08.2016 / Ausland / Seite 6

Amis raus, Russen rein?

Jemens Expräsident lädt Moskau zur militärischen Zusammenarbeit ein. Verwirrung über »Rückzug« der USA aus Kooperation mit Saudi-Arabien

Knut Mellenthin

Jemens Expräsident Ali Abdullah Saleh hat der russischen Regierung angeboten, im »Kampf gegen den Terrorismus« zusammenzuarbeiten. Sein Land sei bereit, dafür Häfen und Flughäfen zu öffnen, sagte der 74jährige, der jahrzehntelang ein Partner der USA war, am Sonntag dem Sender Russland 24.

Saleh, die von ihm geleitete Partei Allgemeiner Volkskongress und große Teile der regulären Streitkräfte haben im Krieg gegen die im saudischen Riad residierende Exilregierung ein Bündnis mit der schiitischen Volksgruppe und ihrer Organisation Ansarollah geschlossen. In den nächsten Tagen wollen sie eine gemeinsame provisorische Regierung bilden. Ob der Expräsident das Angebot an Russland zuvor mit seinen Partnern abgesprochen hatte, ist nicht bekannt.

Seit März 2015 beteiligt sich eine von den Saudis angeführte Koalition arabischer Monarchien hauptsächlich mit Luftangriffen, aber auch mit Spezialeinheiten und Militärberatern am Krieg im Jemen. Die US-Regierung hatte dafür...

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