20.08.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Fall Oury Jalloh: Unglaubliche Pannenserie

Seit 2005 ermittelt die Staatsanwaltschaft ins Leere. Ein (unvollständiger) Überblick

Susan Bonath

Am 7. Januar 2005 springt um 12 Uhr mittags im Polizeirevier Dessau der Rauchmelder an. 20 Minuten später trifft die Feuerwehr ein. In der gefliesten Schlichtzelle Nummer 5 stößt sie unerwartet auf die verkohlte Leiche von Oury Jalloh. Die Matratze ist völlig heruntergebrannt.

Eine Tatortgruppe vom Landeskriminalamt (LKA) Sachsen-Anhalt sichert gegen 16 Uhr die Spuren – selektiv und unvollständig. Ein Feuerzeug findet sie nicht. Trotzdem untersucht sie den Schutt nicht auf Brandbeschleuniger. Schon beim Betreten der Zelle spricht der Videograph ins Mikrophon, dass ein Schwarzafrikaner sich selbst angezündet habe. Nach vier Minuten bricht das Tatortvideo ab. Der angebliche Grund, ein Stromausfall, entpuppt sich als Lüge.

Weil die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau Röntgenaufnahmen der Leiche verweigert, veranlasst die Initiative »In Gedenken an Oury Jalloh« auf eigene Kosten eine zweite Obduktion in Frankfurt am Main. Dort werden Schädelfrakturen und Trommelfe...

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