10.08.2016 / Thema / Seite 12

Nationalistischer Furor

Über die politische Landschaft der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli

Peter Schaber

Als am späten Abend des 15. Juli Panzer strategisch bedeutende Punkte in türkischen Großstädten besetzten und ein »Friedensrat« erklärte, das Militär habe die Macht im Land übernommen, war klar: Egal, wie dieser Putschversuch endet, er wird eine Zäsur in der Geschichte der Türkei bedeuten. Hätten die Verschwörer sich durchgesetzt, hätte das – bei aller »demokratischen« Rhetorik ihrer Verlautbarungen – die Etablierung einer diktatorischen Militärjunta bedeutet und mit größter Wahrscheinlichkeit einen blutigen Bürgerkrieg.

Doch sie scheiterten. Wenige Stunden nach dem Beginn des Staatsstreichs konnte Ministerpräsident Binali Yildirim (AKP) verkünden, dass der Coup niedergeschlagen wurde. Hinter der Aktion wurde die Hizmet-Bewegung des in den USA lebenden Imams Fethullah Gülen ausgemacht, und es begann eine Verhaftungs- und Kündigungswelle von Staatsbediensteten, deren Ausmaß selbst für türkische Verhältnisse immens ist. Zehntausende Soldaten, Polizisten,...

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